Update — Whistleblowergesetz droht der Absturz

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Im Bei­trag vom 3. März 2019 «Ge­set­zes­vor­la­ge zum Schutz von Whist­leb­lo­wern – ein schwie­ri­ges Un­ter­fan­gen» wur­de in die­sem Blog die Vor­la­ge des Bun­des­ra­tes zum Schutz von Whist­leb­lo­wern vor­ge­stellt. Da­bei wur­de auf ein­zel­ne Schwä­chen hin­ge­wie­sen, aber auch fest­ge­hal­ten, dass die Vor­la­ge die Rechts­si­cher­heit ver­bes­sert. Nun hat der Na­tio­nal­rat die Ge­set­zes­vor­la­ge haus­hoch ab­ge­lehnt. Soll­te der Stän­de­rat gleich ent­schei­den, wird die Vor­la­ge de­fi­ni­tiv ver­senkt, was ei­ne ver­ta­ne Chan­ce wä­re.

Am 3. Ju­ni 2019 be­han­del­te der Na­tio­nal­rat die Vor­la­ge und lehn­te sie mit 144 zu 27 Stim­men mit 6 Ent­hal­tun­gen ab. So­wohl von links wie rechts wur­de vo­tiert, dass die Vor­la­ge zu kom­pli­ziert sei. Der lin­ken Rats­sei­te ging die Vor­la­ge zu­dem zu we­nig weit, weil sie kei­nen Aus­bau des Kün­di­gungs­schut­zes ent­hält. Die rech­te Rats­sei­te wies dar­auf hin, dass vie­le Un­ter­neh­men be­reits in­ter­ne Mel­de­stel­len hät­ten.

Nun geht die Vor­la­ge in den Stän­de­rat. Wenn die­ser die Vor­la­ge eben­falls ab­lehnt, ist sie vom Tisch. Da­mit wür­de aber ei­ne Chan­ce ver­tan. Denn für Ar­beit­neh­mer, wel­che ei­nen Miss­stand fest­stel­len, ist die heu­ti­ge Rechts­la­ge un­klar. Da­durch steigt die Ge­fahr, dass sie sich ent­we­der vor­schnell an die Öf­fent­lich­keit wen­den oder ei­nen Miss­stand gar nicht erst mel­den. Bei­des kann nicht im Sin­ne der be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men sein.

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Corina Ursprung
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